Pferdesprache – wie Pferde sprechen

Als Kind habe ich mich oft gefragt: “Wie geht eigentlich Pferdesprache und wie sprechen Pferde miteinander und mit uns?” Gerade im Bezug auf pferdegestütztes Coaching ist das Thema der Pferdesprache sehr interessant. Aber auch für jeden Pferdebegeisterten und jeden Reiter ist “Pferdisch” einfach wichtig.

Wenn du dir also auch die Frage stellst was dir ein Pferd sagen möchte, das heftig mit seinem Schweif hin und her schlägt, oder das mit geweiteten Nüstern vor dir steht, solltest du unbedingt weiterlesen.

Was du über Pferdesprache wissen solltest:

Um Pferdesprache, oder nennen wir es „Pferdisch“ zu verstehen, gibt es eine Grundvoraussetzung – und die heißt Beobachten. Du wirst nur dann erfahren was dir ein Pferd sagen möchte, wenn du es genau beobachtest.

Wie stehen seine Ohren, bewegt sich sein Schweif, wie sehen seine Augen aus, …? Wenn du es schaffst das Pferd zu verstehen, kannst du ihm auch besser zeigen was du von ihm möchtest und damit wird es auch dem Pferd leichter fallen, dich zu verstehen. Außerdem haben natürlich auch Pferde gute und schlechte Tage.

Wenn du also ein klein wenig Pferdesprache kannst, wirst du besser verstehen können warum das Pferd vielleicht nicht das macht was du von ihm möchtest. Vielleicht will es dir ja auch gerade etwas sagen. Also – aufgepasst und die Ohren gespitzt! 😉

Welche Besonderheiten gibt es in der Pferdesprache?

Wir Menschen benützen hauptsächlich Wörter, um zu sagen was wir möchten. Pferde hingegen nutzen fast ausschließlich Körpersprache. Diese „Sprache“ haben sie über Jahrzehnte entwickelt.

Die wenigen Laute, die sie verwenden, wie Wiehern, Brummen oder manchmal auch Quieken, gehören natürlich auch zur Pferdesprache dazu. Pferde wiehern jedoch nur selten und nur in bestimmten Situationen. Das Wiehern ist im Prinzip nichts anderes als ein “auf-sich-aufmerksam-machen”.

Öfter als das Wiehern ist ein tiefes Brummeln zu hören. Es ist oft einfach eine Begrüßung zwischen Pferden. Wenn dich ein Pferd mit einem Brummeln begrüßt, dann hat es dich als Freund akzeptiert und es sagt ganz einfach freundlich „Hallo“ zu dir.

Hast du schon einmal einen schrillen Schrei bei einem Pferd gehört, der sich wie ein Quieken anhört? Dann bist du dem Pferd ordentlich auf den Schlips getreten und hast es verärgert. Oftmals schlagen die Pferde dabei mit den Hinterhufen. Es kann auch vorkommen, dass Pferde untereinander dann miteinander kämpfen.

Und so funktioniert die Pferdesprache

Die Pferdesprache ist ein Zusammenspiel aus vielen unterschiedlichen Faktoren. Dazu gehören, Körperhaltung, die Ohren, der Schweif, das Pferdemaul, die Augen und nicht zu vergessen, die Nüstern.

Wenn du dich beispielsweise nur auf die Ohrstellung des Pferdes verlässt, kannst du ganz schnell etwas völlig anderes verstehen, als das, was dir das Pferd tatsächlich sagen möchte. Das heißt, du musst immer auch auf die anderen Signale achten, die dir das Pferd sendet.

Wenn du das Pferd aufmerksam beobachtest, was ja Grundvoraussetzung dafür ist, dass du es verstehst, wirst du mit ein bisschen Übung schon bald erkennen können, was es gerade “sagen” möchte.

Schauen wir uns also die unterschiedlichen Möglichkeiten der Pferdesprache etwas genauer an:

Die Körperhaltung des Pferdes

körpersprache - pferdesprache

in welchem Gemütszustand sich ein Pferd gerade befindet kannst du an seiner Körperhaltung erkennen. Ist es entspannt, angespannt oder vielleicht sogar aufgeregt?

Hier habe ich 2 Beispiele aufgeschrieben, was die Körperhaltung des Pferdes aussagen kann.

  • steht ein Pferd voller Spannung hoch aufgerichtet da, ist es aufgeregt.
  • Senkt es den Kopf und hat ein Hinterbein angewinkelt, kannst du davon ausgehen, dass es gerade völlig entspannt ist und sich ausruht.

Die Ohren

pferdeohren in der  pferdesprache

Pferdeohren sind toll! Sie sind nicht nur weich und flauschig, sondern geben uns auch sehr viele Informationen darüber, wie aufmerksam das Pferd gerade ist und wie es fühlt. Sie sind extrem beweglich und zeigen dir, wohin die Aufmerksamkeit des Pferdes gerichtet ist.

Pferdeohren können sich unabhängig voneinander bewegen. So kann dir das Pferd zum Beispiel mit einem Ohr zuhören und mit dem anderen Ohr aufmerksam wahrnehmen was sonst noch so alles außen herum passiert.

Übrigens: Egal wie schön es ist flauschige Pferdeohren zu streicheln, nicht jedes Pferd mag es, wenn es an den Ohren angefasst wird.

Was uns die Pferdeohren erzählen

  • Stehen die Ohren eines Pferdes in unterschiedliche Richtungen, also zum Beispiel ein Ohr nach vorne und ein Ohr nach hinten, dann ist das Pferd unsicher. Es weiß nicht so recht, wo es seine ganze Aufmerksamkeit hinlenken soll.
  • Bei gespitzten Ohren ist das Pferd voll konzentriert und interessiert sich für das was ihr beide macht.
  • Leicht nach hinten geneigte Ohren? Das Pferd ist entspannt
  • Bei leicht zur Seite zeigenden Ohren kann es sein, dass das Pferd gelangweilt ist oder vor sich hin döst.
  • Schlechte Laune beim Pferd? Ja, das gibt es auch. Du erkennst sie an eng anliegenden Ohren. Das ist eine Drohgebärde für das Gegenüber.
  • Legt das Pferd jedoch beim Reiten die Ohren eng an, ist es voll auf seinen Reiter konzentriert.

Der Schweif

sprache des schweifes in der pferdesprache

Auch der Schweif verrät so einiges darüber, wie es dem Pferd geht.

  • Schlägt das Pferd energisch mit seinem Schweif? Dann passt ihm gerade irgendetwas nicht oder ist ihm nicht geheuer.

    Das kann passieren, wenn gerade eine angespannte Atmosphäre in seiner Umgebung herrscht. – Pferde sind nämlich sehr sensibel! Es kann aber auch sein, dass es sich um lästige Fliegen handelt, die das Pferd stören.
  • Entspannung zeigt dir das Pferd, wenn der Schweif leicht angehoben ist und entspannt von einer Seite zur anderen schwingt. Dem Pferd geht es dann gewöhnlich gut.
  • Klemmt es aber seinen Schweif zwischen die Hinterbeine, ist das ein Zeichen dafür, dass es Angst hat.
  • Ist der Schweif angehoben, so ist das Pferd meist in bester Laune. Es ist fast schon übermütig und will spielen.

Das Pferdemaul

pferdemaul - pferdesprache

Das Pferdemaul zeigt dir besonders gut, in welcher Stimmung ein Pferd gerade ist. Leider wird der Blick darauf sehr oft vernachlässigt. Das Maul ist sehr sensibel und deshalb lässt sich aus der Maulpartie die Stimmung des Pferdes genauestens ablesen.

  • Locker, leicht nach unten hängende Lippen zeigen dass sich das Pferd gerade in einer Schlaf- oder Entspannungsphase befindet.
  • Ist das Maul verkniffen und der Mund stark zusammengepresst? Vorsicht! Das  Pferd fühlt sich wahrscheinlich nicht wohl oder es hat sogar Schmerzen.
    
  • Hast du schon einmal etwas vom „flehmen“ gehört? Dabei streckt das Pferd die Oberlippe hoch und hebt den Kopf weit nach oben. Man könnte meinen, dass das Pferd lacht.

    Das Flehmen verschließt die Nüstern. Pferde machen das sehr oft, wenn sie einen ganz besonders interessanten Geruch wahrgenommen haben. So empfinden sie diesen Geruch noch stärker.

    Manchmal ist Flehmen aber auch ein Ausdruck von Schmerz. Dann zeigt das Pferd die Zähne, weil ihm etwas weh tut. Das kann zum Beispiel bei  Koliken der Fall sein.

Die Augen

pferdecoaching - bayern

So schöne, sanfte Augen wie ein Pferd, hat kaum ein anderes Tier! Die Augen des Pferdes sind wie ein offenes Buch zu seiner Seele und zeigen dir seine momentane Stimmung.

  • Wenn ein Pferd mit den Augen rollt und du den weißen Teil des Auges siehst, hat es Angst und ist erregt. Jetzt ist es wichtig, dass das Pferd möglichst schnell beruhigt wird.
  • Hat das Pferd lebhafte und glänzende Augen, ist alles in bester Ordnung und es geht ihm gut.
  • Sind die Augen jedoch trübe und stumpf, kann das ein Zeichen für Schmerzen sein. Meistens ist der Blick des Pferdes dann ausdrucklos und zwischen den Augen sind steile Falten.

Die Nüstern

nuestern in der pferdesprache

Hast du schon einmal beobachtet, dass sich die Nüstern bei einem Pferd geweitet haben? Wenn das der Fall ist, hat es vermutlich gerade etwas Unbekanntes gerochen, das ihm Angst gemacht.

Es kann auch sein, dass es sich erschreckt hat. Die Nüstern weiten sich immer dann, wenn sich das Pferd darauf einstellt zu flüchten. Pferde haben nämlich einen besonders feinen Geruchssinn. Das was ein Pferd riecht, beeinflusst das Gemüt des Pferdes in einer sehr starken Weise. Also Vorsicht bei geblähten Nüstern.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel einen keinen Einblick in die Pferdesprache geben und habe Pferdisch für dich ein bisschen verständlicher machen können.

Wenn du dich für noch mehr Wissen rund um die Pferdesprache interessierst, habe ich dir hier noch eine Podcast-Folge meines Lieblings-Podcasts rund ums Pferd, nämlich “Pferdeflüsterei to go” eingefügt. Diese Folge beschäftigt sich damit, wie wir Pferde besser verstehen können. Hier geht’s zur Podcast-Folge.

Wertvolle Informationen über Pferde

Wenn du mehr wertvolle Informationen rund um Pferde und das Reiten haben möchtest, habe ich hier einige Ideen für dich zusammengetragen:

Buch “Das Wissen der Pferde” – Monty Roberts *
Buch “Die Sprache der Pferde” – Monty Roberts *
Buch “Coaching mit Pferden – Viel mehr als heiße Luft” *
Buch “Mulis – Die etwas anderen Pferde” – Dors Dühr-Bien *
Buch “Ratgeber Pferdepsychologie” – Martin Kreuzer *
Videoseminar “Die natürliche Schiefe des Pferdes” – Sandra Fencl*
Videoseminar “Takt gut – alles gut!” – Sandra Fencl *
Lehr-DVD “Horsemanship- Bodenarbeit 1.1” – Martin Kreuzer *
Lehr-DVD “Horsemanship – Bodenarbeit 1.2” – Martin Kreuzer *
Lehr-DVD “Horsemanship – Reiten 1.1” – Martin Kreuzer *
Formular “Horse Brain System” – Martin Kreuzer *
Online-Kurs “Functional-Training für Reiter” – Pferdeflüsterei *

Schreib mir gerne deine Erfahrungen und wie du mit Pferden kommunizierst in die Kommentare.

Ich freue mich auch per E-Mail, Facebook oder Instagram von dir zu hören.

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